Zum Hauptinhalt springen
Kurpark Aesthetics

Mein erster Vortrag auf der DGPRÄC

Alle News

dr. med. Saman Ghaemi-Tehrani

Geschäftsführer & Facharzt

Mein erster Vortrag auf der DGPRÄC

Mein erster Vortrag auf der DGPRÄC

Ein besonderer Tag bei der 56. Jahrestagung

Vorgestern, am 12. September 2026, durfte ich bei der 56. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie in Düsseldorf nicht nur als Teilnehmer dabei sein, sondern erstmals selbst als Speaker vor meiner Fachgesellschaft sprechen.

Für mich war das ein besonderer Moment.

Experte der extrem tiefen Falten Behandlung

Die DGPRÄC ist ein wichtiger Treffpunkt für die Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie. Neben aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen geht es hier vor allem um den fachlichen Austausch, neue Behandlungskonzepte und die gemeinsame Diskussion darüber, wie sich unsere Medizin weiterentwickeln kann.

Umso mehr habe ich mich darüber gefreut, selbst einen Beitrag zu diesem Austausch leisten zu dürfen.

Laser oder Peeling. Welches Verfahren ist besser?

Im Mittelpunkt meines Vortrags stand eine Frage, die zunächst sehr einfach klingt.

Laser oder Peeling. Welches Verfahren ist besser?

Die wissenschaftliche Antwort darauf ist allerdings deutlich komplexer.

Weder Laser noch chemische Peelings sind grundsätzlich überlegen. Beide Verfahren können unterschiedliche biologische Prozesse in der Haut beeinflussen und haben deshalb unterschiedliche Stärken.

Laser ermöglichen eine sehr präzise Kontrolle von Wellenlänge, Energie, Pulsdauer und Behandlungstiefe. Je nach Lasersystem können oberflächliche Pigmentveränderungen, Gefäßveränderungen oder strukturelle Veränderungen der Haut behandelt werden.

Chemische Peelings funktionieren nach einem anderen Prinzip. Durch einen chemischen Wirkstoff wird eine kontrollierte Schädigung der Haut ausgelöst, auf die eine Regeneration und Remodellierung folgt.

Dabei ist auch innerhalb der Peelingtherapie eine differenzierte Betrachtung notwendig. TCA ist nicht gleich TCA. Die Wirkung hängt unter anderem von Konzentration, Applikationstechnik und Behandlungstiefe ab.

Genau diese Unterschiede waren ein wesentlicher Bestandteil meines Vortrags.

Von TCA bis Phenol

Besonders intensiv habe ich mich in meinem Vortrag mit TCA und Phenol beschäftigt.

TCA kann je nach Anwendung oberflächlich bis mittelgradig eingesetzt werden und findet unter anderem bei Pigmentstörungen, Photoaging und ausgewählten Narbenkonzepten Anwendung.

Ein besonders interessantes Einsatzgebiet ist das Melasma. Dabei handelt es sich nicht einfach um eine oberflächliche Ansammlung von Melanin. Vielmehr spielen verschiedene zelluläre und strukturelle Veränderungen innerhalb der Haut eine Rolle.

Das erklärt auch, warum die Behandlung des Melasmas häufig ein langfristiges und individuell abgestimmtes Konzept erfordert.

Phenol wiederum steht für eine ganz andere Behandlungstiefe und Intensität. Tiefe Phenolpeelings können eine ausgeprägte Hautremodellierung und Neokollagenese erreichen. Gleichzeitig ist das Risikoprofil deutlich höher und insbesondere die mögliche systemische Aufnahme von Phenol muss berücksichtigt werden.

Damit wird deutlich, dass die Frage nicht einfach lautet, welches Verfahren stärker ist.

Die entscheidende Frage lautet vielmehr, welche Behandlungstiefe für die jeweilige Indikation tatsächlich notwendig ist.

Laser und Peelings als Konkurrenz oder Ergänzung?

Eine weitere Frage meines Vortrags war, ob Laser und Peelings tatsächlich als konkurrierende Verfahren betrachtet werden müssen.

Ich denke, gerade bei komplexen Hautveränderungen ist diese Betrachtungsweise zu kurz gegriffen.

Bei Aknenarben beispielsweise können unterschiedliche Narbentypen vollkommen unterschiedliche Behandlungsstrategien erfordern.

Während ein fraktionierter Laser die allgemeine Hautstruktur und das Narbenrelief verbessern kann, kann bei einzelnen tiefen Narben TCA CROSS eine sinnvolle Ergänzung sein.

Auch bei anderen Indikationen können unterschiedliche Verfahren unterschiedliche therapeutische Ziele verfolgen.

Eine Kombination sollte allerdings niemals nach dem Prinzip erfolgen, möglichst viele Verfahren gleichzeitig einzusetzen.

Eine sinnvolle Kombination ist eine biologisch begründete Kombination.

Wissenschaft trifft klinische Erfahrung

Für mich war besonders interessant, nicht nur die wissenschaftliche Literatur zu betrachten, sondern diese mit den Erfahrungen aus der täglichen klinischen Arbeit zu verbinden.

Gerade in der ästhetischen Medizin gibt es häufig nicht die eine Behandlung, die für alle Patientinnen und Patienten gleichermaßen geeignet ist.

Hauttyp, Hautzustand, Indikation, Behandlungstiefe, gewünschte Ausfallzeit und individuelles Risikoprofil müssen gemeinsam betrachtet werden.

Moderne ästhetische Medizin bedeutet für mich deshalb nicht, immer die technisch aufwendigste oder stärkste Behandlung einzusetzen.

Es geht darum, das richtige Verfahren für die richtige Indikation auszuwählen.

Ein Vortrag mit sehr positivem Feedback

Mein erster Vortrag bei der DGPRÄC war für mich persönlich eine besondere Erfahrung.

Umso mehr habe ich mich darüber gefreut, dass der Vortrag und die anschließende Diskussion so positiv aufgenommen wurden.

Der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen und die unterschiedlichen Perspektiven auf Lasertherapie und chemische Peelings waren für mich mindestens genauso wertvoll wie der Vortrag selbst.

Solche Gespräche zeigen immer wieder, wie wichtig wissenschaftlicher Austausch innerhalb unseres Fachgebietes ist.

Man nimmt nicht nur Wissen mit nach Hause. Man bekommt auch neue Fragen, neue Perspektiven und manchmal genau die Ideen, aus denen die nächste wissenschaftliche Arbeit entsteht.

Nach dem Vortrag ist vor dem nächsten Vortrag

Und genau deshalb geht es bereits weiter.

Ich arbeite schon an meinem nächsten Vortrag und möchte dabei auch eigene wissenschaftliche Daten und Erfahrungen vorstellen.

Dafür suche ich bereits jetzt geeignete Modellpatientinnen und Modellpatienten, mit denen ich die Behandlung standardisiert dokumentieren und die Ergebnisse wissenschaftlich auswerten kann.

Mein Ziel ist es, nicht nur bestehende wissenschaftliche Erkenntnisse in die tägliche Praxis zu übertragen, sondern auch selbst Daten zu sammeln und daraus neue Erkenntnisse für die ästhetische Medizin zu gewinnen.

Mein Fazit

Die Frage „Laser oder Peeling“ hat für mich nach diesem Vortrag eine noch klarere Antwort.

Es geht nicht darum, welches Verfahren grundsätzlich besser ist.

Es geht darum, welche Struktur behandelt werden soll, welche Behandlungstiefe notwendig ist und welches biologische Ziel erreicht werden soll.

Laser und Peelings sind keine Gegenspieler.

Richtig eingesetzt können sie unterschiedliche Stärken besitzen und sich in ausgewählten Behandlungskonzepten sogar ergänzen.

Der Kongress in Düsseldorf war für mich deshalb nicht nur ein besonderer persönlicher Meilenstein, sondern auch eine wichtige Gelegenheit, wissenschaftlichen Austausch aktiv mitzugestalten.

Ich freue mich bereits auf den nächsten Vortrag.